Kurven verstecken oder betonen? Der ewige Kampf der Plus-Size-Frauen.

In der Bloggerblase denkt man ja gerne, die Welt habe sich so toll gewandelt. Also mal fernab von den meisten gesellschaftlichen und politischen Problemen, in diesem speziellen Fall geht es mir um das Thema: „Sollten dicke Frauen ihre Kurven betonen oder nicht?“ Die meisten Frauen in meiner “Blase“ sind modern und stilsicher gekleidet, haben das neue „Curvy self-confidence“ verinnerlicht, tragen ihre Kurven sicher durch die Weltgeschichte.

Aber immer wieder wird klar: Das ist nicht die Mehrheit. Wir müssen uns vor Augen halten, dass die Mehrheit der Frauen mit viel Figur noch immer unsicher mit sich selbst ist. Da Selbstvertrauen und Kleidung/Styling sehr viel miteinander zu tun haben, kann man dies durchaus miteinander in Verbindung bringen.

Erst wenn wir auf der Straße und in den Medien öfter auch Frauen sehen, die sich modisch und körperbetont kleiden, wird sich das Bild auch in den Köpfen wandeln. Klar, es ist viel passiert in den letzten Jahren, aber nur wenn weiterhin mutige Pioniere vorangehen und zeigen, was alles möglich ist, können wir auch in Zukunft immer weiter aus den Schneckenhäusern heraus.

Ein Thema spaltet die Welt der Plus-Size-Frauen und das lautet: Verstecken oder Betonen?

Ich denke, hier gibt es kein richtig oder falsch. Hier werden sich die Meinungen ewig scheiden. Trotzdem würde ich gerne meine ganz persönliche Meinung zu diesem Punkt abgeben:

 

Verstecken durch betonen!

Ja ganz richtig. Klingt komisch, sehe ich aber so. Indem ich die Teile betone, die ich hervorhebenswert finde, rücke ich Körperteile, die ich nicht so gerne mag, eher in den Hintergrund. Und das muss nicht immer heißen, wie oft bei Frauen mit mehr Dekolletee, reduziere dich nur auf deine Brüste. Die sind bei uns oft ausgeprägt vorhanden und ich hänge sie auch gerne mal in die Kamera, aber sicher habt ihr auch andere Vorzüge. Lange Beine, netter Booty, schöne Schultern? Sanduhr-Taille, tolle Fesseln oder Handgelenke?  

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4 Frauen, 4 Figurtypen, 4 Mal der Beweis – alles kann, nichts muss

v.l.n.r.: Jules von Schönwild, meiner Einer, Caterina von Megabambi, Tanja von Kurvenrausch

 

Was ist überhaupt vorteilhaft?

Ganz oft begegnet einem die Aussage: „Das ist aber nicht vorteilhaft!“

Landläufig bedeutet Vorteilhaft, schlanker auszusehen. Wenn ein Teil optisch 5 Kilo mehr auf die Hüften tackert, wird es meist als unvorteilhaft bezeichnet. Es wird schlichtweg als nicht möglich angesehen, dass man auch einmal etwas trägt, das einen wuchtiger aussehen lässt. Gleichzeitig steckt man sich dann aber gerne in flatterige Lagenlooks, unter die auch gut noch 20 Extrakilos passen würden. Hauptsache die Silhouette der Polster ist nicht erkennbar. Das ist enorm wichtig! (…)

Beim Lagenlook gilt für mich: Immer nur ein flatteriges Teil! Ist die Hose skinny und das Oberteil anschmiegsam, passt eine wallende Weste perfekt dazu. Was schnell sehr unvorteilhaft aussieht: Alles in weit: weite Hose, weites Shirt, weite Jacke. Ja, da sieht man vielleicht nicht, dass sich irgendwo ein Bauch abzeichnet. Aber man sieht doch deshalb nicht aus, als sei man ein schlankes Reh? 

Ich bin der Meinung, dass kaschieren nicht immer vorteilhaft ist und teilweise wuchtiger wirken lässt (was die meisten ja eben genau nicht erreichen wollen). 

Der Grat zwischen „vorteilhaft betonen“ und „oh Gott ich kann es mir nicht ansehen“ ist ein schmaler. Ich selbst finde zu enge Kleidung oder herauswallendes Fett auch nicht schön. Aber auch hier gilt: Geht nicht, gibt’s nicht. Erlaubt ist, was gefällt. Mir gefällt auch lange nicht alles, aber ich würde mir nicht anmaßen, meine Meinung als die einzig richtige anzusehen.

Hätten sich dicke Frauen außerhalb von Frauentausch und anderen Trashsendungen denn vor 5 oder mehr Jahren getraut, bauchfrei herumzulaufen? Mit Bikini oder Minirock? Mittlerweile trauen sich immer mehr Frauen solche angeblichen „No Go’s“ .

 

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Jumpsuit trotz Bauch? Auch hier wird gerne heiß diskutiert.

Aber Obacht!

Gerade hier entscheidet das Styling über Trash und Fashion. Und auch hier ist der Grat ein schmaler. Wer sich an pikante Neuerungen in den Köpfen der Menschheit heranwagt, muss ganz genau schauen, dass das Drumherum stimmt.  Ich würde jetzt nicht unbedingt die Pinke Leggings mit dem Crop Top tragen.

Lieber einen schönen Tellerrock, ein schönes Top, eine geknotete Bluse, dazu ein paar Accessoires die den Look abrunden.  Für Mädels mit weniger Unterbauch geht z.B. auch eine schöne Jeans oder Lederhose, ein Bleistiftrock mit dazu passendem Crop Top kann auch toll aussehen.

Wer schöne lange Beine hat, kann diese ruhig zeigen und zwar nicht nur mit Röcken bis zum Knie. Auch dicke Frauen können Shorts, kurze Röcke oder Hotpants tragen, wenn es der Figurtyp zulässt.

Jeder Körper ist anders und an jedem Körper kommen andere Dinge besser zum Vorschein. Probiert aus, welche das bei euch sind.

 

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Akzente setzen!

Ich finde es wichtig, dass man durch ein besonderes Teil, ein Keypiece, Akzente setzt, den Blick darauf lenkt. ein Auffälliges Muster, eine tolles Accessoire, oder eben das Kleidungsstück ansich, welches den Akzept setzt. Ein Outfit sollte für mich immer ein interessantes Gebilde sein, an dem man hängenbleibt und auch gerne einen zweiten Blick riskiert.

 

Aber ich trau mich nicht!

Ich probiere neues immer erstmal an einem „Zuhausetag“ aus. Wenn ich das geschafft habe, traue ich mich damit auch mal z.B. zum Besuch bei einer Freundin. Auf dem Weg dorthin treffe ich wenige Menschen und das ist für mich dann die Feuerprobe. Wenn ich mich dann noch immer okay fühle, gehe ich auch so richtig damit nach draußen.

 

Ihr seht, die Frage, sollte man verstecken oder betonen, kann niemals vollständig geklärt werden. Hier wird es nie ein richtig oder falsch geben. Es gibt viele verschiedenen Menschentypen, Figurtypen, Modegeschmäcker. Niemals kann man es alles recht machen. Deshalb ist es so wichtig, dass man das trägt, was einen selbst glücklich macht.  Denn Rechtmachen kann man es sowieso niemals allen.

 

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2 Comments

  • natalie Polth
    Oktober 17, 2016 07:54

    Ich find`s Klasse

  • Sarah
    Oktober 22, 2016 12:09

    Ich sehe das auch so. Vorteilhaft kleiden, heißt nicht unbedingt verstecken. Auch wenn das manchmal mehr Mut bedeutet, weil es eher auffällt oder weil dann eine unserer selbst ernannten Problemzonen nicht vertuscht werden. Bei einem selbst versteift man sich auf so ein Detail. Bei anderen sehe ich viel eher das Gesamtbild und denke wow, klasse Kurven, klasse Outfit. Ich glaube, dass diese verstecken oder trauen Geschichte nicht nur plussize Mädels betrifft, sondern alle Frauen. Die meisten sind nicht 100%ig selbstbewusst und arbeiten je nach Tagesform immer wieder daran, wie sie sich kleiden, um sich wohlzufühlen.

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