Reisebericht Griechenland – Olympische Rivera Sept./Okt. 2013

 
 
 
 
Tag 1
 
Flug ab Stuttgart und Ankunft im Hotel nachts um 1. Warum fliege ich immer abends um halb 8 los? Manchmal beschleicht mich der Eindruck, dass in Stuttgart nur um 19:30 gestartet werden darf.
Das Zimmer ist geräumig, aber sehr einfach ausgestattet, der Weg dorthin führt durch eine Rasensprenkleranlage, Ankunft nass, aber erwartungsvoll.
 
Tag 2
Frühstück reichhaltig, falls man auf klebriges Gebäck steht. Für mich als Wurstkind eher mäßig befriedigend.
Wird ein reiner Tag am Strand. Sonnenschutz vergessen, als halber Hummer aufgewacht.
11 Uhr: Schatz findet Badeschuhe blöd und ignoriert die Warnungen über den Kiesstrand und den gefährlichen Einstieg in das Meer .
12 Uhr : wir brauchen Pflaster und Verbandzeug. Wir kaufen blöde Badeschuhe.
14 Uhr: ich hasse All inclusive-Touristen. Wir sind die einzigen ohne Bändchen und werden angesehen , als hätten wir eine  ansteckende Krankheit. Da wir noch keine Möglichkeit zum einkaufen hatten, wollen wir ausnahmsweise in der Anlage zu Mittag essen. Das ist a) ziemlich teuer, wenn man mit den AIs speisen will und b) vergeht mir der Appetit, wenn gierige Menschen mit großen Schaufeln Taramà und Reis aus großen Behältern auf ihren Teller häufen und sich dafür noch vordrängeln. Beschließe, nie wieder in der Anlage zu essen, bis mir einfällt, dass wir Halbpension gebucht haben und sich das abends nicht vermeiden lässt, sollten wir nicht immense Unkosten in kauf nehmen wollen.
Danach geht es wieder ins Meer bei angenehmen 29 Grad und 24 Grad Wassertemperatur. Eine gute Entscheidung, den Jahresurlaub trotz fortgeschrittener Jahreszeit in Europa zu verbringen.
19 Uhr : schon wieder Essen: Abendessen mit den Schaufelbaggern. Wieder Buffet, aber diesmal kommt es mir nicht so schlimm vor wie am Mittag.
 
 
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Blick aus unserem Hotelzimmer auf das Olympgebirge
 
 
 
 
 
Tag 4: 

Heute wollen wir den nahe gelegenen Ort Leptokarya besuchen. Wir brechen früh auf und laufen den wunderschönen Weg am Meer entlang. Denn der hoteleigene Shuttlebus ist für Pussys. Wir machen Rast an einem wundervollen Fleckchen Erde direkt am Strand.
 
 
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Im Ort angekommen setzen wir uns erst einmal in eine Beach Bar und beobachten eine Weile das Treiben. Schlendern durch den Ort, der leider sehr auf Tourismus ausgelegt ist, alles voller Souvenirgeschäfte, Luftmatratzen, Wasserbälle. Geht man weiter in den Ort und auch zu den Ortsrändern fällt auf, dass viele Häuser verwaist sind, die nie fertiggestellt wurden. Gespenstische Bauruinen oftmals im Rohbau, wirken wie traurige Skelette als Zeugen  besserer Zeiten.

 
 
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Das Mittagessen finden wir wieder in einer Beach Bar, zahlen 6,50€ für 2 Personen und der Schwabe in mir jubelt.
Der zweite Schwabe entscheidet dann, dass wir auf ein Taxi verzichten und wieder zurück ins Hotel laufen. Blöd nur, dass wir die sengende Nachmittagssonne vergessen, die die 3 km lange Strecke in die reinste Qual verwandelt. Knapp dem Sonnenstich entgangen falle ich tot in mein Bett und schlafe auf der Stelle traumlos und tief 2 Stunden lang.
 
 
 
Tag 5: 
Juhu, heute bekommen wir unseren Mietwagen. Pünktlich um 9 Uhr stehen wir gestriegelt an der Rezeption um unser Schmuckstück abzuholen. Wir bekommen einen zerbeulten und verstaubten Opel corsa und stellen fest, dass nicht überall auf der Welt so viel wert aufs heilige Blechle gelegt wird, wie in Deutschland.
Und jetzt geht es ab über den Ort Litichoro  in die Berge, heute wollen wir den Olymp besteigen. Und ja, auch ich hätte den Wahnsinn  der in diesen Worten steckt, erkennen müssen. Wir parken am Basislager und beginnen mit dem Aufstieg. Ein irrer Plan, das wird mir schon nach zwei  Minuten klar. Ich ächze  ich keuche, aber ich habe einen eisernen Willen. Die Strecke führt vorbei an der „Badewanne des Zeus“ ein kleiner Gletscherteich (See wäre eindeutig zu hoch gegriffen) der die örtliche Trinkwasserversorgung speist. Es ist steil, es ist geröllig, aber es ist auch sehr schön. Immer weiter hinauf laufen, steigen, stolpern wir, werden von sportlichen Wanderern überholt, stellen fest, dass Chucks nicht das beste Mittel der Wahl beim richtigen Schuhwerk waren.
 
hier nur ein kleiner Einblick in den Weg, es wurde nich besser, eher schlechter:
 
 
 
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Dass ich den Gipfel niemals erreichen werde  wird mir nach einer Weile klar, und so beginnen wir wieder mit dem Abstieg. Trotzdem bin ich stolz, es so weit geschafft zu haben. Im Anbetracht der Tatsache, dass ich schon zuhause die Treppen in den dritten Stock hinaufkeuche, kann ich wirklich zufrieden sein. Ich bin dick, unsportlich und Raucher, ich wundere mich, dass ich überhaupt die ersten Meter geschafft habe.
 
 
Elli is not amused
 
 
Eigentlich wollen wir noch das Kloster und die Ausgrabungsstätte von Dion anschauen, kapitulieren allerdings in Anbetracht meines schon vollkommen ausgelaugten Zustandes und verschieben den Plan.
Auf dem Weg zurück kaufen wir noch Proviant, und entdecken tatsächlich einen Lidl. Nicht nur, dass wir schon in den tiefsten schottischen Highlands von Lidl überrascht wurden, nein auch im griechischen Bergland ist man nicht sicher. Zu kaufen gibt es Semmelknödel und Kaminwurzen, ich bin irritiert.
Am Abend bin ich einfach nur ein körperliches Wrack, daher gönne ich mir den Bundesvision Song Contest, preise das Sattelitenfernsehen und schäme mich gleichzeitig, dass ich im Urlaub Pro 7 schaue.
 
 
Tag 5: 
Meine Füße sind noch immer in bemittleidenswertem Zustand, daher wollen wir es heute ruhiger angehen lassen. Wir fahren ins 15 km entfernte Neoi Poroi, wo heute der große Bauernmarkt stattfindet. Wir wollen um die Autobahnmaut herumkommen und vertrauen dem Navi die Suche nach alternativen Strecken an. Dies wird abenteuerlich, da wohl auch das Navi nicht den blassesten Schimmer einer Ahnung hat. Die gesparten 2 Euro Maut
Verfahren wir an Benzin und fahren am Ende doch auf die Autobahn. Und zahlen brav die Maut.
Der Bauernmarkt ist ein buntes Treiben in einem schönen kleinen Dorf direkt am Meer. Überrascht war ich über die Unaufdringlichkeit der Händler,  niemand wollte etwas übertrieben anpreisen oder aufquatschen. Schade fand ich nur die geringe Auswahl  denn es gab zwar viele Stände, aber fast jeder bot das selbe an. Wir deckten uns mit ordentlich Noms zum kleinen preis ein, 3,5 kg Wassermelone für 1 Euro, ein Pfund schwarze Oliven auch für einen Euro, ich war im Himmel. Das Mittagessen an diesem Tag war ein buntes Pottpourri an leckerstem Obst und Gemüse, einfach herrlich.
 
 
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Der Markt in Neoi Poroi
 
 
 
Tag 7:
 
Besuch der Stadt Dion und der Ausgrabungsstätte der antiken Stadt.
 
 
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Die alte Hauptverkehrsader der Stadt Dion
 
 
Anschließend im Kloster des hl. Dionysius. Das Kloster ist sehr hübsch angelegt auf 900 m Höhe im Olympgebirge.
 
 
 
 
Anschließend besuchen wir noch die Stadt Litochoro und lassen den Tag ausklingen.
 
Die restlichen Tage haben wir nur am Strand verbracht, leider wurde das Wetter schlechter, aber so blieb viel Zeit zum relaxen und Schlafen, genau das was ich so dringend benötigt habe.
 
 
 
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Relaxen am Strand bei markantem Wetter
 
 
 
 
 
 
Ob ich nochmal dorthin fahren würde? 
 
Ich denke nicht. Es gibt so viele schöne Länder auf dieser Welt, dass ich mir sowieso schwer tue, zweimal das selbe Ziel anzusteuern. Mit dem Hotel waren wir nicht 100% zufrieden, da uns das Essen nicht wirklich gut geschmeckt hat, und da wir beide gerne Essen., ist dies im Urlaub ein sehr wichtiger Punkt für uns. Die Region ist schön und auf jeden Fall eine Reise wert, ein Mitwagen ist sehr empfehlenswert, um alle umliegenden, wirklich interessanten Ziele bequem ansteuern zu können.
 
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2 Comments

  • Shadown Light
    Oktober 9, 2013 20:27

    ich habe mal eine zeit in patra gewohnt und kenne die gegend dort 🙂 traumhaft, und toller bericht 🙂
    habe sehr viel geschmunzelt 🙂
    gglg

  • Lourdes Gallardo
    Oktober 12, 2013 19:32

    das Bild nach der sportliche Wanderun ist zum Schreien! Da schaust du totals süß aus auch wenn dir gerade die Puste aus geht :-))).

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