Welche 5 Punkte der „Curvy“ definitiv noch fehlen, um eine gelungene Veranstaltung zu werden.

Hallo ihr Lieben,

 

Muffi Schlumpf ist wieder am Start und schimpft durch die Gegend, heute habe ich mir mal die „Curvy“ ausgesucht. Diese Punkte fehlen der Curvy einfach zur gelungenen Veranstaltung. Wie immer natürlich auch mit einem kleinen Augenzwinkern 😉 

 

 

1. Glamour.

Wo sind die Promis, die der Fashionweek für Dicke zumindest ein bisschen Glanz verleihen? Während sich auf der Mercedes Benz Fashionweek Stars und Sternchen und solche, die sich dafür halten tummeln, kam uns dieses Mal nicht einmal „Rolfe“ Scheider besuchen, da er unpässlicherweise im Dschungel sitzt und Raupen futtert. Gibt es denn sonst niemanden, der sich dazu herablässt? Kein Guido, der wenigstens mal kurz vorbeischneit, um seine Moppel-Kollektion zu zeigen? Oder nur um Hallo zu sagen? Nicht mal irgendein B-Promi, um die dicken Mädchen zu begrüßen und Ihnen kurz das Gefühl zu geben, dass wir auch glitzern können, nicht nur für uns, sondern auch für andere? Der mehr Presse anzieht und alles bekannter macht? Ich erwarte ja nun keinen Karl Lagerfeld, aber so ein bisschen Glitzer würde uns doch auch gut stehen. So glitzern wir eben für uns alleine, auch nett. Aber eben nur nett. 

 

2. Ernsthaftigkeit.

So, Mopsinen, ihr habt nun auch eine Veranstaltung. Freut euch, lacht und frohlocket. Wir haben auch einen Laufsteg aufgebaut, auf dem gesungen, getanzt und rumgestolpert wird. Be Happy!

Nein, ich gehöre nicht zu den Vertretern, die ausschließlich miesmupfelig dreinschauende Models auf den Laufstegen sehen wollen. Ich finde es schön, wenn es etwas lockerer zugeht. Mir ist bewusst, dass wir uns nicht auf dem Niveau einer Haute Couture-Schau bewegen und alles noch in den Kinderschuhen steckt. Aber das Klischee vom lustigen Dicken muss anscheinend unbedingt aufrechterhalten werden. „Wir sind fett und trotzdem glücklich, immer, und vor allem wenn wir bunte Kleider tragen“ – die von Models in Größe 42 vorgeführt wird und deshalb sowieso nicht aussehen wie bei mir mit einer 54. Meep.

Während die Verkaufsmesse an sich eher eine Veranstaltung ohne Spaß und gute Laune ist, denn hier soll ja nur der Reibach mit den Einzelhändlern gemacht werden, wird auf dem Laufsteg genau das Gegenteil suggeriert. 

 

3. Mut,

Leute, mal ehrlich, 90% der Kleidung, die ich dort gesehen habe, ist hässliche Klamotte für Urgroßmütter. Hier und da wird versucht, einen Trend aufzugreifen, und kläglich versagt. Ich bin mit meinen Mitte 30 ja nun auch nicht mehr die jüngste und muss deshalb auch nicht jedem Trend hinterherlaufen. Aber ich möchte auch nicht jedes Jahr aufs neue den Dschungelprint mit Glitzertiger sehen. 

Ja, auch ältere Menschen sollen ein Recht auf schöne Kleidung haben. Und ja, es kann nicht nur junge Mode geben. Ist mir alles klar. Aber wenn ich auf dieser Messe, auf der 70 Labels ausstellen, vielleicht fünf oder sechs davon reinen Gewissens für meine Altersklasse weiterempfehlen kann, dann kann ich keine wirkliche Weiterentwicklung sehen. Sicher hat fast jedes Label auch das ein- oder andere Schmuckstück dabei. Aus Zeitgründen habe ich vieles nur Überflogen und mich dem gewidmet, was mir auf Anhieb gefallen hat. Aber das Besondere, Ausgefallene, Trendige, das habe ich bei den meisten vermisst. Wo sind die Schnitte und die Stoffe, die nicht nur „umspielen“, „verstecken“ oder „schmeicheln“? Wer, außer den Dänischen Labels und dem ein- oder anderen neuen Label traut sich denn, aus der Reihe zu springen? Ich vermisse den Mut, sich an neues zu wagen. 

 

4. Offenheit.

Bei einer kurzen Zigarettenpause mit 4Coach&Style kamen wir mit einem Verkäufer ins Gespräch. Nach kurzer Zeit und der Frage, ob wir Einkäufer sind, fiel der Satz, der mir noch immer ständig im Kopf herumschwirrt: „Von Bloggern könnwa nich leben!“. 20 Visitenkarten habe er in die Hand gedrückt bekommen, mindestens.

Ja, ich verstehe, dass die Anzahl der Blogger mit Sicherheit in den letzten 2 Jahren rasant in die Höhe geschossen ist. Sicherlich sind Kooperationsanfragen und die Bitte um kostenloses Material bei sehr vielen Firmen an der Tagesordnung. Und ich kann mir vorstellen, dass das nervt.

 

Auch verstehe ich, dass es eine Fachmesse hauptsächlich für Einkäufer ist.  Aber ich bin davon überzeugt, dass es vor allem die Nicht-Einkäufer sind, die der Veranstaltung zumindest ein bisschen Glanz verleihen, sie bewerben und bekannt machen. Win-Win.

 

Und nun überlegen wir uns mal, welche Firmen am besten ankommen und die meiste Werbung bekommen? Richtig, es sind die Firmen, die offen sind und etwas für Blogger bieten und in diese sehr wichtige und zeitgemäße Art der Werbung investieren. Exklusive Kollektionsvorstellungen, Aufmerksamkeit, nette Worte. Ich brauche keine kostenlosen Klamotten, um mich mit einer Firma zu beschäftigen. Aber ich möchte ernstgenommen werden.

Natürlich werde ich niemals etwas in den Himmel loben, obwohl es mir nicht gefällt, nur weil ich eine exklusive Kollektionsvorstellung erhalten habe, oder mir ein Produkt aussuchen durfte. Aber vielleicht wurde auch das ein- oder andere Sternchen übersehen, weil sich niemand zeitgenommen hat, den Bloggern die Kollektion zu erklären. Und somit den vielen tausend Lesern, die auf die neuesten Trends warten.

Eine Firma, die sich Neuem verschließt, über die wird eben auch nicht berichtet. Und heutzutage sind es eben auch die Blogger die Trends machen oder durch Ignoranz strafen. Diesen Wandel haben wohl viele noch nicht mitbekommen.  Und wer kennt denn nun das Label von dem Herren, der von Bloggern nicht leben kann? Ich weiß nicht einmal mehr den Namen.

 

5. Professionalität

Die Meckertante vom Dienst kann jetzt gleich zum Ende kommen, es gibt aber noch so einige Punkte, die mir überhaupt nicht gefallen haben, die ich jetzt einfach mal als fehlende Professionalität bezeichne, auch wenn das sicher nicht ganz gerechtfertigt ist, denn vieles lief ja auch wirklich gut. Allerdings habe ich mich schon machmal ganzschön veralbert gefühlt.

Da war z.B. das Catering. Wenn man auf einer Insel sitzt, was das Event Island, wie der Name schon sagt, nunmal ist, von der man nur weg kommt, wenn man das Glück hat einen Shuttle zu erwischen oder indem man ein teures Taxi bestellt, dann bekommt man auch irgendwann einmal Hunger. Einige wenige Aussteller boten süße Kleinigkeiten an und von der  leckersten Schokolade der Welt bei Zizzi träume ich noch heute, aber um mein ideales Kampfgewicht zu halten, muss ich ja auch mal was essen. Also so richtig, mit warm und salzig. Die Auswahl war mager und absolut überteuert, es gab eigentlich nur Kleinigkeiten und davon war die Hälfte um 13 Uhr schon ausverkauft.

Der nächste Punkt waren die Shuttles. Wenn eine Messe bis 19 Uhr geht, warum fährt der letzte Shuttle um 16 Uhr?  An einem Ort im Niemandsland? Mit Müh´ und Not wurden an Tag 2 noch Shuttles organisiert, die noch die letzten Gäste um 19 Uhr wegbrachten.

 

Aber trotz der vielen Negativität: Natürlich bin ich auch im Sommer wieder gerne dabei. Ich freue mich auf neue Modeschätzchen, wenn auch nur wenige, auf die tollen Mädels (jaja und auch den ein- oder anderen Mann, z.B. den wunderbaren Adam Brody :)) , die ich so selten sehe und über die ich mich jedes Mal wahnsinnig freue. Über neue und alte Bekannte, über den Hauch, wenn auch nur den Hauch von Glamour – und auf Berlin, da ich Berlin so langsam wieder lieb habe!

 

Liebe Grüße, eure

 

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18 Comments

  • Chris von Chlencherei
    Januar 25, 2015 19:01

    Top! Bei Punkte 1-4 steh ich zu 100% hinter Dir, bzw teile Deine Meinung!
    Da ich die neue Location noch nicht kenne, kann ich zu Punkt 5 nichts sagen, vertraue Dir da aber.:-)

    Toll geschrieben,
    auf den Punkt gebracht!
    Super Beitrag!

    Für die Macher der Curvy mal drüber nachdenken!

    • Elli
      Januar 28, 2015 20:10

      Danke liebes :-*

  • caterina
    Januar 25, 2015 19:45

    Mein liebe,
    Du hast das ganz wunderbar beschrieben!!!!
    Du ermöglichst den Lesern einen Einblick in das Geschehen der Messe!
    Wirklich vielen Dank und das mit dem Shuttle war wirklich schlimm.
    Es ist leider fast Peinlich…..
    Ich habe insgesamt 40 Euro für Taxi Fahrten ausgeben müssen, weil kein Stuttle zur angeben Zeit da war und ich meine Termine schaffen musste.
    Hoffen wir auf einen Zentraleren Ort!
    Meine liebe danke für deinen Aufklärenden Bericht!
    Caterina

    • Elli
      Januar 28, 2015 20:10

      40 Euro nur für Taxi? Ja Wahnsinn! Bin echt gespannt, wo es im Sommer stattfinden wird! Wenigstens haben sie dazugelernt und ein paar mehr Sitzmöglichkeiten bereitgestellt.

  • Katja
    Januar 25, 2015 19:53

    Und ich dachte schon, ich wäre die einzigste, die so denkt x]
    Zum Glamour-Faktor: es ist halt „nur“ eine Messe, kein Show-Event mit Presseauflauf und Red Carpet. Aber da ist definitiv noch Luft nach oben =)

  • wearitwithcurves
    Januar 25, 2015 20:26

    Schöne, dass man auch kritische Stimmen hört! Wenn man nicht da war hat man meist nur den Eindruck, dass alles total super war. Schließlich werden meist nur die happy Bilder gepostet und über den Hintergrund erfährt man nichts.

    LG jb von Wear it with curves

  • Lony
    Januar 25, 2015 20:43

    Elli, das sind interessante Punkte, die Du da ansprichst…wenn man die Leute auf einer Insel versammelt, muss man in der Tag für einen ordentlichen Shuttleservice und Verpflegung sorgen. Soll denn die Curvymesse im Juli ebenfalls auf Event Island stattfinden oder wird es wieder eine neue Location geben?… bin mal gespannt.. ich habe auf jeden Fall meinen Sommerurlaub so eingereicht, dass ich während der nächsten Curvy Messe frei habe und will mal schauen, ob ich nicht doch nochmal nach Berlin komme – obwohl ich und diese Stadt einfach keine Freunde werden. Ich lieeeebe Hamburg… ich.. .lieeeebe Köln!! Aber Berlin ist einfach nicht meins. Hab einen guten Start in die neue Woche!! Lony x

  • Lony
    Januar 25, 2015 20:44

    *Tat* 😉

  • Christina Dingens
    Januar 25, 2015 20:52

    Hui, das die Situation mit dem Shuttle so ätzend war ist an mir völlig vorüber gegangen. Ich bin Auto gefahren und war Happy das es ausreichend Parkplätze gab. Was den Glamour betrifft, bin ich persönlich eigentlich ganz froh, das wir anders als auf der Fashion Week von den B, C und D Promis, so wie der hippen Freundin von….. verschont geblieben sind 😉
    Ich will Mode sehen und auf gekauften Glamour, der gegen Bezahlung gelangweilt herum sitzt kann ich gerne verzichten.
    Über einem Guido, der mit seiner Anwesenheit hätte beweisen können, das ihm seine Plus Size Line ein Anliegen ist und nicht nur eine zusätzliche Einnahmequelle hätte ich mich gefreut. Mehr noch, wenn er die Anschlussgrößen auch in seinem Online Shop verkaufen würde.

    Zitat: Aber vielleicht wurde auch das ein- oder andere Sternchen übersehen, weil sich niemand zeitgenommen hat, den Bloggern die Kollektion zu erklären. Und somit den vielen tausend Lesern, die auf die neuesten Trends warten.

    Das unterschreibe ich doppelt und dreifach. Ich dachte es läge an mir, bzw. das ich noch nicht so lange dabei bin.
    Zum Teil kam ich mir vor wie ein Bittsteller oder kleines Schulmädchen. Die Firmen leben sicher nicht von Bloggern aber von der Käuferschicht die durch den Blogger inspiriert und informiert wird, wäre ein Markt. Das scheinen viele nicht verstehen zu wollen. Danke für deinen Bericht mal aus einem anderen Blickwinkel.

    • Elli
      Januar 28, 2015 20:08

      Ach gekaufter Glamour, ja, einerseits gebe ich dir da schon recht, aber mir geht es eben auch darum, „uns“ etwas aus der Nische zu holen, wenn sich auch bekanntere Leute mit uns zeigen und darüber berichtet wird, verlieren „die Dicken“ vielleicht auch den Ausseinseiterstatus irgendwann. Ein frommer Wunsch, ich weiß…

  • Birgit//CharmingCurves
    Januar 25, 2015 20:54

    Hej Elli,
    ich war von der Messe einerseits ein bisschen überwältigt, weil ich ja neu war. Andererseits sehe ich das Meiste wie Du. Ich war also auch enttäuscht. Ein Tag dort hätte locker gereicht, denn es ist ja nicht viel passiert und an vielen Ständen war ich erst gar nicht, weil schon klar war, dass das für unser Alter nicht spannend ist. Irgendwie so eine Mischung 🙂

    • Elli
      Januar 28, 2015 20:07

      Aufregend ist es für mich ja immer 🙂 Und da mit den Ständen, kann ich dir recht geben. Der Besuch bei vielen lohnt absolut nicht.

  • Katha // kathastrophal
    Januar 26, 2015 22:47

    Vielen Dank für deinen spannenden Bericht!
    Dass die Location eher unglücklich gewählt war, hab ich nun schon ein paar Mal gesehen… sehr schade. Ich bin schon gespannt, wie’s im Sommer läuft… und hoffe trotz allem, dass ich wieder dabei sein kann. Allein die lieben Leute sind’s ja wert!

    Alles Liebe,
    Katha

    • Elli
      Januar 28, 2015 20:06

      Ja, die Leute sind ja auch für mich immer der Hauptgrund, die Curvy zu besuchen. Man hat ja sonst immer nicht so viel Gelegenheit, alle auf einen Haufen zu bekommen.

  • Sophia
    Februar 4, 2015 14:09

    Hallo Elli,

    danke für deine tollen Worte, man hätte es nicht besser sagen können! Ich kann dir in jedem Punkt zustimmen und hoffe, dass sich im Sommer vielleicht wenigstens ein bisschen was ändert.. mal abwarten 🙂

    Liebste Grüße,

    Sophia

  • Boris Crismancich
    Februar 28, 2015 16:55

    Hi Elli,

    da ist viel wahres dran. Ich finde es gut, dass du darüber schreibst, worüber eigentlich alle reden , die da waren. Aber da ich ja über Tanja selbst ein wenig Einblick in das Ausrichten großer Veranstaltungen habe, muss ich da auch für die Curvy in die Bresche springen.

    1. Glamour
    Ja, mehr Glamour wäre schön. Es läuft aber nicht so, dass man die Leute anschreibt und dann kommen die. Promis leben davon und halten für Besuche auf Veranstaltungen in der regel die Hand auf. Und das ordentlich. Auch wenn die Curvy die größte Veranstaltung in Deutschland ist, muss man schauen, wie sich das finanziert. Der Löwenanteil bringen die Retailer. Aber da +Size noch immer eine Nische ist, sind die Werbe-Etats der Retailer begrentzt. DIe Frage ist dann: Wofür gibt man das Geld aus. Wo investiere ich und woran spare ich? Es kommt die Überlegung, wen man einkauft und was man davon hat. Wie viel Presse wird das bringen? Wie viel Prestige? Ist das für eine b2b Veranstaltung wichtig? Aber was ich mich frage: Haben wir +Size Leute es wirklich nötig, uns C-Promis zu mieten und damit um Berichterstattung zu betteln und uns in ANwesenheit von Duschungelcamp-Leuten wichtig zu fühlenzu ? Oder feiern wir lieber die Leute, die in der +Size welt etwas bewegen, wachsen selbstbewußt und aus uns selbst heraus, bis die Presse nicht mehr an uns vorbei kommt?

    2. Ernsthaftigkeit & Professionalität
    Erinnerst du sich an die erste Curvy? Ich weiss noch wie Tanja nachhause kam und geschimpft hat, wie ein Rohrspatz, dass da nur dürre Mädels rumlaufen. Diesmal war es in der Hinsicht erheblich besser. Man hat sich heran getastet. Aber sofort kam auch massive Kritik an den Walks, wie du sie ja auch selbst geäußert hast. Das Problem: Models sind nicht nur hübsche Mädels. Gut laufen und präsentieren inst ein richtiger Job. Da braucht es wie überall sonst Erfahrung und Ausbildung. Die Krux daran: Da es noch kaum Werbeaufträge für Models in sehr großen Größen gibt, gibt es auch kaum Models mit wirklicher Laufsteg-Erfahrung. Das ist diesmal vielen negativ aufgefallen. Der Weg muss nun sein, eben diese Models mit Erfahrung „heranzuzüchten“ und auszubilden. Dafür hat Tanja gerade ein Konzept in Kooperation mit einem Choreographen und Catwalk-Trainer aufgelegt. Wir müssen da akzeptieren, aber auch anerkennen, dass wir hier von einer Nische reden, die sich entwickelt. Und die Schritte gehen in eine sehr gute Richtung, Kritik ist für Verbersseungen unverzichtbar. Was das Catering und den Shuttle-Service angeht, stimme ich dir voll zu.

    Offenheit
    Die Messe ist eine b2b Messe und zielt hauptsächlich auf Retailer und Einkäufer. Es geht darum, den Markt in Deutschland anzukurbeln, Marken zu stärken, zu etablieren. Also Vertrieb und Business Development. Blogger sind für Unternehmen ein Marketing-Instrument. Unternehmen können die Blogger dazu nutzen, ihr Markenimage in der Wahrnehmung der Zielgruppe zu bringen. Und sie können über direkte Werbung Käufer und Umsatz unter den Lesern der Bloggern generieren. Der Wert eines Bloggers für ein Unternehmen hängt also von klaren Faktoren ab: Welche Reichweite hat der Blog innerhalb der Zielgruppe des Unternehmens? Stimmt die Altersgruppe, die Kaufkraft etc? Wie hochwertig, und professionell kann der Blog die Marke rüber bringen (Qualität der Beiträge, der Fotos, des Designs). Ich finde, hier können die Retailer auf professioneller Ebene noch besser die Blogger unterstützen. Die haben ja das Marketing Know-How.

    Das Problem ist, wie du richtig bemerkst, dass es inzwischen sehr viele Blogger gibt. Viele von denen, betreiben ihren Blog aus Spaß, als Hobby ohne ernsthafte Ansprüche an sich zu stellen, erwarten aber von den Unternehmen, hofiert und als wichtig erachtet zu werden. Diese Blogger kommen in erster Linie auf Veranstaltungen wie die Curvy, um gut Unterhalten zu werden und möglichst viele kostenlose Goodies abzugreifen. Andere Blogger betreiben ihre Blogs sehr engagiert. Sie lieben das, was sie tun, fühlen sich ihren LeserInnen verpflichtet und sehen in ihrem Blog eine ernsthafte Publikation, die sie weiter bringen, vergrößern und professionalisieren wollen. Diese professionelleren Blogs sehen die Labels und Retailer als Objekt ihrer Berichtwerstattung und als Kooperationspartner. Und es gibt eine Art professioneller Geschäftsbeziehung aus Augenhöhe. Die Ernsthaftigkeit, die du ansprachst, fehlt bei einem großteil der BloggerInnen. Und das sehen viele Firmen inzwischen als ernsthaftes Problem. Denn die Firmen, die auf die Curvy fahren, zahlen Geld für die Veranstaltung. Eine Messe ist nicht nur mit Teilnahmekosten verbunden, sondern dahinter steht eine Menge Organisation die enrom kostet. Verständlich, dass die Geschäftsleute die teuer eingekaufte Zeit auf der Messe auch wirklich sinnvoll und gewinnbringend nutzen möchten. Und sicher wirkt sich der Unmut, der bei manchen Firmen über diese Clientel der Blogger entsteht, die in ihren augen deren Zeit verschwenden, auch negativ auf wirklich ernstzunehmende Blogger aus. Wer unter den Bloggern das alles nur so aus Jux macht, ist auf der Curvy falsch. Und bei der von dir geforderten professionalisierung heißt es nun auch für Blogger sich zu entscheiden: Ist man ein fun Blogger betreibt man ein erstzunehmendes Medium und wird wichtiger, wertvoller und ernsthafter Ansprechpartner für die Labels, oder nicht.

    • Elli
      März 1, 2015 07:53

      Danke für deinen ausführlichen Beitrag Boris, der das alles aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Und natürlich kann ich dir hier auch nur in allen Punkten recht geben. Mir ist durchaus bewusst, dass vieles sich erst entwickeln muss. Und das mit den Promis sehe ich schon ein wenig so, dass wir für uns werben müssen. Eine Maite Kelly z.B. hätte dem allen nicht geschadet. Jetzt nur als Beispiel. Hier wäre eine größere mediale Aufmerksamnkeit gestreut worden, wobei es ja durch unsere Christin zum Glück schon einige Fernsehbeiträge gab. Ich glaube nämlich, dass es noch immer viel zu wenige Frauen in großen Größen gibt, die sich für Mode interessieren. Sowas kann man durch Aufmerksamkeit sicher bei manchen ändern. Ich sehe jeden Tag auf der Straße dicke Frauen, die sich in die schlimmsten Säcke aller Zeiten Hüllen. Hauptsache es passt. Ich weiß jetzt nicht, ob da wirklich nur das fehlende Interesse an Mode dahintersteckt, denn in Zeiten des Internets und dem steigenden Angebot an +Mode, muss sich niemand mehr in Zelte packen, oder ob diese Damen wirklich nicht wissen, wo schöne Kleidung zu beschaffen ist.

  • Boris Crismancich
    März 1, 2015 13:42

    Maite wäre ein prima Promi gewesen. Glööckler gibt es auch. Tine Wittler ist mit ihrem Label auch eine Option. Anna Scholz war zum Beispiel auf der Curvy. Und Christin rockt gerade richtig. Ich hab die gestern nach dem Dreh mit Tanja in Hamburg gesehen. Völlig erschöpft aber glücklich. Medienöffentlichkeit zu schaffen ist einfach wichtig. Und da komme ich zu den Säcken… Christin hat gestern eine FB Nachricht von einer Frau vorgelesen, die ihr absoluten Traumkleid gefunden hat. Und die hat sich bei Christin bedankt, weil sie sowas nie angezogen hätte. Erst Christin hätte ihr den Mut und das Selbstvertrauen gegeben, das zu machen. Genau das ist es doch: So viele Frauen haben das Gefühl, Mode sei nichts für sie. Dick und Fhasion sei nicht vereinbar. Wir in der +Size Szene sind da inzwischen so weit, dass dieser Gedanke für uns bereits ganz entfernt und abwegig ist. Aberr ich glaube, die Mehrheit der Frauen, muss in Bezug darauf noch erweckt werden. Wie viele von denen werden Christin vor der Kamera bestaunen und ihre innere Einstellung ändern. Und jetzt habe ich schon wieder ne neue Idee. Das hasse ich an Plus-Size… Wo man hintritt, bekommt man zwei neue Ideen, was man machen könnte. Das ist anstrengend, aber macht endlos viel Spaß. Let’s rock!

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