So bleibt ihr am Ball! Wie Sport zum Freund und zur Routine wird

Naa, wer von euch hat sich wieder zum Jahresanfang vorgenommen, dieses Jahr wird alles besser? Dieses Jahr gehe ich ins Fitnessstudio, jeden Tag Joggen, mache die Sophia D. Soost-Challenge – wir kennen sie alle, diese Vorsätze. 

Bei Aldi werden wieder die Fitnessmatten und homöopathischen Kettlebells gekauft und dann geht die Post ab. 2 Wochen lang 5 x die Woche. Danach noch dreimal.  Dann noch ein Mal in 2 Wochen. Ab Februar verschönert dann der Hometrainer die Wohnung als Kleiderständer und der Bauchtrainer fristet sein Dasein als Staubfänger unter dem Bett. Aber wenigstens leistet man eine monatliche Spende ans Fitnessstudio. Dieses wird dann noch zwei Mal im Rest des Jahres besucht, wenn mal wieder das schlechte Gewissen oder der Bauchansatz erscheint.

Genau ein Jahr ziehe ich nun mein Sportprogramm durch. Ganz oft höre ich von verschiedenen Menschen aller Alters- und Gewichtsklassen: „Ich könnte das nicht!“.

Doch, ich bin überzeugt – wer will, der kann!

Niemand muss Sport treiben. Wenn ihr euch auch ohne wohl fühlt, dann ist das okay, denn jeder sollte sein Leben so führen, wie er es für richtig hält. Ich persönlich habe mich für den Weg kurvig & fit entschieden. Und deshalb ist mein Beitrag für all jene, die gerne Sport treiben wollen, aber die Motivation fehlt. 

 

 

 

Definiert euer Ziel und seid realistisch

Wer noch nie laufen war, wird als untrainierter Mensch nicht in einem halben Jahr den Marathon  schaffen.

Wer 50 Kilo zuviel mit sich rumschleppt, wird nicht den flachen Bauch in 6 Wochen bekommen.

Wer nie beim Sport war, sollte nicht gleich versuchen, 5 x die Woche ins Fitnessstudio zu rennen.

Macht euch Gedanken und informiert euch, was realistische Ziele sind. „Ich will bis zum Sommer beweglicher sein, um die Treppen am Rheinfall zu bezwingen“ oder „Ich will dieses Jahr 20 Kilo abnehmen“ klingt realistischer als „Ich will den nächsten Ironman laufen“ oder „ich will 60 Kilo in einem Jahr abnehmen“. Denkt daran, dass jeder auch mal einen Durchhänger hat, und es nur den wenigsten Menschen gelingt, so das Maximum aus sich raus zu holen, dass sie solch einem Druck standhalten.

 

 

Nicht alles auf einmal wollen!

Ich war ja auch die meiste Zeit in meinem Leben ein wahrer Sportmuffel und habe Sport fast immer nur aus Gewissensgründen gemacht. Irgendwann, so alle 2 Jahre, hat mich dann der Rappel gepackt und ich wurde zur Sportskanone. Dann habe ich drei oder vier Monate gasgegeben und mich verausgabt. Bei mir gab es immer nur ganz oder gar nicht. Jeden Tag laufen, schwimmen, Rad fahren, tanzen. Irgendwann war ich ausgebrannt, hatte Schmerzen, habe aufgegeben.

Im letzten Jahr wurde mir klar. Ich habe nur noch diese eine einzige Chance und die muss ich nutzen. Ich und mein Körper, wir waren keine Freunde mehr. Ich war am Ende, kaputt und wollte so nicht mehr weiterleben. Also wollte ich es einmal im Leben langsam und richtig angehen. Und es hat funktioniert.

Dezember 2015 vs. Dezember 2016

Ich fing an mit Spazieren. Klingt wirklich lächerlich, aber selbst das musste ich wieder lernen. Durch mein Gewicht und die Schmerzen die ich dadurch, auch durch andere Erkrankungen hatte, war es mir am Ende nur noch unter großen Anstrengungen möglich, Strecken zu laufen die länger als 500 Meter waren.

2 Wochen lang bin ich jeden Tag spazieren gegangen. Anfangs eine halbe Stunde. Dann 45 Minuten. Dann eine Stunde. Erst langsam, dann schneller.

Als ich dann fitter wurde, also nach 2-3 Wochen, meldete ich mich im Fitnessstudio an. Auch hier begann ich das Training ganz langsam, mit dem Milon Zirkel, 2 x pro Woche, machte den „Fitnessführerschein“ um die Grundlagen des Trainings zu lernen und Zusammenhänge zu verstehen. Nebenbei ging ich schwimmen, denn das belastete meine Gelenke am wenigsten und ich fühlte mich im Wasser gut.

Langsam steigerte ich die Anzahl der Trainingseinheiten und die Intensität dieser. Ich stieg nach 3 Monaten auf Krafttraining um, da ich mich auf dem Zirkel vorbereitet hatte, meine Ausdauer und Muskeln antrainiert hatte und mich wieder auf ein ordentliches Level gehievt hatte, was Kraft und Ausdauer anging.

Mittlerweile mache ich 4 x die Woche ein Kraft-Ausdauertraining und als Bonus gehe ich noch einmal wöchentlich mit einer Freundin schwimmen.  Und so verstörend es klingen mag: Ich freue mich auf meine Sporttage!

 

Sporttage sind deine Dates!

Und Dates sagt man auch nicht ab! Als ich vor einem Jahr mein Anmeldungsgespräch im Fitnessstudio hatte, sagte der Chef zu mir, deine Sporttage sind Termine und die sagt man nur im Notfall ab. Das rufe ich mir immer wieder ins Gedächtnis. mittlerweile habe ich meine Trainings so gelegt, dass ich mir mein Leben darum herum bauen kann und es nur zu wenig Kollisionen kommen kann. Bin ich Anfangs immer nach der Arbeit zum Sport, habe ich schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist. Mittlerweile gehe ich morgens vor der Arbeit, einmal nach dem Abendessen und Samstags um 9 habe ich ebenso meinen festen Termin mit mir selbst. 

 

Weg mit der Waage!

Ehrlich Leute, dieser Punkt fällt mir schwer. Aber ich wiege mich nur noch alle 4 Wochen. Natürlich will ich die Kontrolle über mein Gewichtsverhalten haben. Aber es irritiert und frustriert.

Wenn ihr mit Sport und Ernährungsumstellung beginnt, werdet ihr immer recht schnell recht viel Gewicht verlieren. Aber das geht nicht immer so weiter. Und ja, das frustriert. Nehmt euch lieber ein Maßband und beobachtet die Transformation eures Körpers.

Ich bin auch oft entmutigt, da die Waage mich zu mobben scheint. An Weihnachten haben wir alte Fotos gesehen. Bilder auf denen ich teilweise 5 – 10 Kilo weniger wiege als jetzt, aber trotzdem dicker und teigiger wirke. Einfach weil ich untrainiert war. Mein Körper hat sich transformiert. Das Verhältnis von Fett zu Muskeln hat sich verschoben und das sieht man. Das einzige was an mir klebt wie Pattex, ist eben meine Wampe. Aber auch Plauzi wird irgendwann weniger werden.

Mir helfen auch regelmäßige Vergleichsbilder, denn diese zeigen genau, was passiert ist. Hier ist nicht nur die andere Gewichtsverteilung sichtbar, sondern auch dass sich ganz viel mehr Verändert hat. Die Haut, die innere Einstellung und das Gefühl zu mir selbst. 

 

Ja, auf dem linken Bild wiege ich 5 – 10 Kilo weniger.

Ich hätte euch gerne ein Ganzkörperbild von früher gezeigt, allerdings gibt es sowas schlicht und ergreifend nicht. 

 

Findet den Sport der euch Spaß macht

Ich habe schon vieles ausprobiert in meinem Leben. Fußball, Schwimmen, Tanzgarde, Laufen, Kraftsport, Volleyball, Leichtathletik. Letzteres scheiterte daran, dass ich immer, ganz egal wann in meinem Leben, die schlechteste war. Die Bundesjugendspiele waren für mich der schlimmste Tag des Jahres. Egal welche Altersklasse und egal ob jemand dicker, größer oder jünger war als ich – ich war beim Rennen die langsamste, beim Weitsprung die mit dem kürzesten (Ergebnis) und beim Werfen war ich froh, dass ich mich mit dem ollen Ball nicht selbst abgeschossen habe. Mir war also schnell klar – ich bin unsportlich und ein Versager. Und es hat viele Jahre gedauert, nämlich bis ich 34 war, um diese Meinung zu ändern.

Heute kann ich sagen, ich mache gerne Sport. Denn ich habe für mich herausgefunden: Ich bin kein Teamsportler und ich bin kein Leichtathlet. Ich liebe Kraftsport, Schwimmen, ich bin berauscht, wenn ich sonntagmorgens durch den nebligen Wald laufen kann, alleine, nur ich, der Wald und meine Musik. In meinem Tempo.  Dann mach ich gerne Sport. Auch gerne mal mit anderen, aber danach auch wieder alleine.

 

Rückschläge gehören dazu und machen keinen schwachen Menschen aus dir!

Ich ernähre mich zu 80% gesund und ausgewogen. Ich gehe 4 – 5 x pro Woche zum Sport.

Immer? Ja immer! *hier imaginären Hustenanfall bitte einsetzen*

Nein, natürlich nicht. Eine perfekte Woche wie oben beschrieben gibt es öfter. Aber das Leben spielt einem nicht immer in die Karten.

Im Dezember war ich fast komplett krank, ich konnte insgesamt nur 3 oder 4 x zum Sport. Ich habe nicht aufgegeben, aber ich habe mich wieder schlecht gefühlt, dachte ich kann mich nie wieder aufraffen. Aber wenn man es wirklich will, dann schafft man das. Wenn es um euren Körper geht, müsst ihr mit Leidenschaft arbeiten, wenn ihr etwas erreichen wollt.

Nachts um 1 noch schnell bei Burger King reinfahren und heißhungernd einen Big King inhalieren? Kann ich!

Wenn ich meine Tage bekomme ist eine Tafel Schokolade am Tag nichts. Ich hänge wirklich nur am Süßkram und nichts und niemand kann mich aufhalten.

Man darf fallen. Aber man muss wieder aufstehen. Nicht denken: „Ach, jetzt ist doch sowieso schon alles egal“, sondern: „so, heute gönne ich mir das und morgen geht es weiter“.

Früher wäre ich nach der Geschichte mit dem Burger nachts um 1 heulend auf dem Sofa gesessen und hätte mir als Seelentrost noch eine Tüte Gummibärchen reingezogen. Heute denke ich mir: „Mensch war das mal wieder gut“ und mache am nächsten Tag mit meiner gesunden Ernährung weiter.  Weil es noch einmal alle 6 Wochen vorkommt. Und dann nimmt man von 600 Extra-Kalorien auch kein Kilo zu. Sondern gerade mal 100 Gramm, wenn man es nicht anderweitig ausgleicht.

Auch im Dezember habe ich mir den Schlendrian gegönnt. Nicht immer mir reinem Gewissen, aber Dominosteine und Spekulatius waren stärker. Mein Wille, ab Januar wieder durchzustarten war allerdings noch stärker und ich merke jetzt, dass mein Körper den Durchhänger einfach gebraucht hat, um mit neuer Kraft durchzustarten.

 

Da ich vor einem Jahr aufgehört habe zu Rauchen, habe ich gleich gesagt, ich investiere dieses Geld in die Gesundheit und habe mir ein teureres Studio mit toller Betreuung und Atmosphäre herausgesucht. Dort fühle ich mich wohl und gehe gern dorthin. Früher wollte ich sparen und bin in Billigstudios gegangen, was für mich eher der Gang in die Folterkammer war. Heute weiß ich, dass die zusätzlichen Euros die ich für mein Studio ausgebe eine gute Entscheidung waren und jeden Cent wert sind, denn es hat mir geholfen, am Ball zu bleiben.

 

 

Silvester 2015/16 vs- Silvester 2016/17

 

Abschließend möchte ich sagen: Jeder Mensch ist anders, jeder Körper reagiert anders. Findet heraus was euch Spaß macht und setzt euch Ziele, aber nicht unter Druck. Rechnet schwache Zeiten mit ein, wenn ihr euer Ziel definiert, damit ihr nicht das Gefühl habt zu versagen, wenn ihr weniger schafft als erhofft.

Mir geht es nicht darum euch zu erzählen, wie ihr den Supermodelkörper in kürzester Zeit bekommt. Das ist mir nämlich auch einfach nicht wichtig. Ich will zeigen, dass man dick und sportlich zugleich sein kann. Wichtiger als eine schmalere Silhouette ist mir nämlich, dass ich wieder am Leben teilnehmen kann. Und ich habe noch viele Pläne, die ich nur mit einem trainierten Körper erreichen kann. Vielleicht noch nicht in diesem Jahr. Aber ganz bestimmt noch in diesem Leben 🙂

 

 

 

unterschrift

 

 

 

 

 

 

 

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2 Comments

  • Jane
    Januar 12, 2017 13:20

    Was für ein schöner Post liebe Elli. Der gefällt mir unheimlich gut, du beschreibst wie Du es schaffst, sagst gleichzeitig dass es kein Patentrezept gibt. Das ist für mich wirklich Motivation. Danke!

  • Simone
    März 7, 2017 15:45

    Danke für deine ehrlichen Worte, die sind Motivation pur. Seitdem ich Sport nicht mehr zum Abnehmen machen, sondern um einen Ausgleich zu schaffen, gehe ich viel lieber und öfter trainieren bzw. ich kann meine Motivation länger als 3 Monate halten. Ich bin nun schon seit 2 Jahren regelmäßig am trainieren. Ich merke, dass ich ausgeglichener bin und auch selbstbewusster. Seit ungefähr einem Jahr bin ich im http://www.ai-fitness.de eingeschrieben, wo es unter anderem einen Body Scan gibt. Damit kann ich wirklich gut verfolgen, was für Fortschritte ich gemacht habe.
    Nochmals danke für deinen Beitrag! 🙂
    LG,
    Simone

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